Agnès Ledig: Das Einzige, was jetzt noch zählt
Written by Martina Ernst |
 
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Für ihren zweiten Roman „Kurz bevor das Glück beginnt“ wurde Agnés Ledig mit dem Prix Miason de la Presse 2013 ausgezeichnet. Auch in „Das Einzige, was jetzt noch zählt“ geht es schicksalhaft zu.

Bei einem Einsatz verunglückt Berufsfeuerwehrmann Romeo schwer. Auf der Intensivstation wird er von Krankenschwester Juilette betreut. Romeo muss sich auf einen langwierigen Heilungsprozess einstellen. Er droht, an seinem Schicksalsschlag zu verzweifeln. Juliette hält ihm eine Standpauke und reißt so das Ruder herum.

 

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Die einleitenden Worte geben einen Ausblick auf die Geschichte. „Das Einzige, was jetzt noch zählt“ wird aus drei Perspektiven erzählt:  Romeo, Juliette und Romeos 14-Jähriger Schwester Vanessa. Der Roman startet mit Romeo. Schon die Namen lassen nach kurzer Zeit erahnen, dass es sich um eine moderne Romeo und Julia-Geschichte handelt. Romeo als Berufsfeuerwehrmann, das ist originell. Sein Unfall überrascht. Ein gelungener Einstieg. Durch die schnellen Wechsel zwischen den Charakteren wirkt die Geschichte temporeicher, als sie eigentlich ist. Mit dem Auftauchen von Vanessa kommt eine neue, unerwartete Facette hinzu. Ihre unverblümte, direkte, aber auch verletzliche Art bringt einen modernen Touch hinein. Wird sie sich in Schwierigkeiten bringen? Sie ist ein Unisicherheitsfaktor, der sich schwer einschätzen lässt. Hervorragend klappt das Zusammenspiel der drei Sprecher Katja Danowski als Juliette, Aleksandar Radenković in der Rolle des Romeo und Julia Meier als Vanessa. Aleksandar Radenkovićs sehr männliche und nachdenkliche Stimme beeindruckt. Alle Drei stellen ihre jeweilige Hauptfigur realistisch dar. „Mich interessiert nun mal der Mensch mit dem ich zu tun habe. Nicht nur der Patient.“ Juilette hat ihren Traumberuf gefunden und geht in ihrer Arbeit auf. Sie gibt Romeo seinen Kampfgeist zurück. „Ich muss stark sein.“ Ein normales Krankenschwester- Patientenverhältnis? Romeo hat sich längst in Juliette verliebt. Jetzt kommen die Hindernisse ins Spiel. „Das Einzige, was jetzt noch zählt“ setzt ein bisschen zu viel auf Tragik, Dramatik und Schicksalhaftes. Fast jeder hat ein bitteres Geheimnis parat. „Liebe ohne Respekt ist keine Liebe.“ Juliettes Partner ist der Prototyp eines Fieslings. Die Lage eskaliert immer mehr. Warum findet sie keinen Absprung aus der Beziehung? Ihr Verhalten ist nicht nachvollziehbar. Vor allen Dingen, als eine Veränderung eintritt. In die Geschichte sind Zeitsprünge eingebaut. Trotz der vielen Lebensbaustellen wirkt sie rund. Ein bisschen Verwirrspiel darf nicht fehlen. Das Ende ist keine Überraschung.

Titel und Details stimmen auf einen Frauenroman ein. Das Cover lässt zugleich etwas Tragisches und Romantisches erwarten. „Das Einzige, was jetzt noch zählt“ kommt nicht an die Tragödie „Romeo und Julia“ von William Shakespeare heran, hat aber wohl auch nicht den Anspruch. Die moderne Variante nimmt sich aktueller Themen an. Verlust und Tod zählen dazu. Ein bisschen viel Raum, nehmen die Lebensratschläge ein. Hier kommt etwas Kitsch zum Vorschein. Wer Herz-Schmerzgeschichten liebt, liegt mit diesem Hörbuch richtig.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:  (4,5)
Handlung:
Charaktere: (2,5)
tech. Umsetzung: 
Cover: 
Emotion:
 
20 Punkte = Rohdiamant

Cover: © Jumbo

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