Lena und das Geheimnis der blauen Hirsche
Written by Martina Ernst |
 
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Edward van de Vendel erhielt für seine Kinder- und Jugendbücher zahlreiche Auszeichnungen, wie z.B. 2009 den Glazen Globe für „Der Glücksfinder“ und 2012 Silberner Griffel für „Ein Hund wie Sam“. In „Lena und das Geheimnis der blauen Hirsche“ lässt Edward van de Vendel die Magie der Kindheit aufleben.

Eines Tages, Lenas Mutter ist gerade mit einem Telefonat beschäftigt, passiert etwas Unglaubliches. 13 blaue, echte Mini-Hirsche lösen sich von der Vase, die vor Lena auf dem Tisch steht. Die Hirsche halten Lena für ihre Meisterin. Kann das wahr sein? Lena geht mit den Hirschen in ihrer Kapuze in ihr Zimmer. Nur wenig später verschwinden die Hirsche im Poster „Komm nach Tuvalu!“. Was hat das zu bedeuten? Lena vermisst die ungewöhnlichen Tiere und hofft, dass sie bald zurückkehren. Oder war das Ganze nur Einbildung?

 

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Was macht die Kindheit so außergewöhnlich? Die grenzenlose Phantasie. Alles ist möglich. Nichts ist zu verrückt. Lenas Faszination für die blauen Mini-Hirsche geht auf den Zuhörer über. Hat etwa jedes Kind ein Geheimtier? Lena ist fest davon überzeugt, dass ihr Bruder oft nur so unausstehlich und aufbrausend ist, weil ihm sein Geheimtier fehlt und es nicht zurückkommt. Lena fühlt mit ihrem Bruder und würde ihm am liebsten helfen, aber sie weiß auch nicht, wie man sein Geheimtier herbeirufen kann. Sie kommen, wann sie wollen. Und nehmen auch nicht auf den Geburtstag ihrer Meisterin oder ihres Meisters Rücksicht. Mit der liebenswerten, staunenden Lena verströmt die Geschichte schnell viel Herzenswärme. Ihr ruppiger Bruder ist das perfekte Gegenstück. Lena bewahrt ihr Geheimnis, auch wenn es schwer fällt. Sie hat Angst, dass die Hirsche nicht wieder zurückkehren. Wie unterhält man sich mit blauen Hirschen? Lena muss es erst herausfinden. Autor Edward van de Vendel spürt den Zauber der kindlichen Phantasie auf und gibt ihn mit seiner Geschichte an Leser und Zuhörer weiter. Selbst ein bisschen Spannung kommt ins Spiel. Werden die Hirsche wieder auftauchen? Hat Lenas Bruder Raff wirklich ein Geheimtier? Die Musik von Michael Bentzien versucht, Stimmungen zu untermalen. Sie klingt für die Kindergeschichte etwas zu erwachsen. Im letzten Drittel kommt Dramatik auf. Da passt die Musik schon eher. Insgesamt hätte die Melodie mehr dem Phantasiereichen angepasst werden können. Die sanfte Stimme der Erzählerin Anne Moll harmoniert dagegen sehr gut mit Lenas Abenteuer. Was bedeutet es Meister eines Geheimtiers zu sein? Wie lange begleiten Geheimtiere die Kinder? Nicht jedes Geheimnis wird eindeutig gelüftet. Es bleibt Raum für Spekulationen und die eigene Phantasie.

Die blauen Mini-Hirsche sind für Lena ein bedeutsames Ereignis, dass allerlei ändert. Das Cover stellt das Unglaubliche zurückhaltend dar. Freude und Spaß kommt mit wenigen Details rüber. Vor dem beigefarbenen Hintergrund fällt Lena mit ihren blauen Hirschen auf. Gerne hätte das Cover noch etwas auffälliger gestaltet werden können, so dass es mehr ins Auge fällt. Die Gestaltung geht auf das Liebenswerte der Geschichte ein. „Lena und das Geheimnis der blauen Hirsche“ ist für Kinder ab 10 Jahren gedacht und für die ganze Familie ein mitreißendes Abenteuer. Gegenstände, wie eine harmlose Vase, werden plötzlich mit anderen Augen betrachtet. Gefühlsausbrüche von einer Schwester oder einem Bruder ganz anders begründet.   

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (4,5)
Handlung: 
Charaktere: (3,5)
tech. Umsetzung:
Cover: (2,5)
Emotion:
 
21,5 Punkte = Hörspaß

Cover: © audiolino

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