Rüdiger Bertram: Coolman und ich - Rette sich, wer kann
Written by Martina Ernst |
 
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Nur Kai kann Coolman sehen und hören. Das ist manchmal gar nicht so witzig. Denn Coolmans Ratschläge haben meistens eine lange Nase und taugen nicht die Bohne. Zu gerne hätte Kai die Sprachferien in England ohne Coolman verbracht. Nichts zu machen. Langweilig wird der Urlaub nicht. Adolf Schmitz aus dem Seniorenheim „Das letzte Bett“ gibt Kai einen Brief mit auf die Reise. Den soll er bei der Queen abgeben. Ein unlösbarer Auftrag? Dann werden Kai und Coolman auch noch in einen Diebstahl auf einer Burg verwickelt. Klar, dass sich eine Katastrophe an die andere reiht, und das ein oder andere Fettnäpfchen ist auch nicht weit.

 

Der Anfang ist eigentlich schon das Ende. Kai sitzt in einem Rettungsboot. Um ihn herum toben die Wellen. Wie er in die missliche Situation gerät, erzählt er selbst. Action pur, dank der Musik und Geräusche und des Sprachtalents von David Wittmann. Ein junger Mann mit wunderbar wandelbarer Stimme und ausgezeichneten, schauspielerischen Fähigkeiten. Egal ob als Kai, Adolf Schmitz, Alex, Justin oder Anti, die Umsetzung gelingt ihm brillant und unverwechselbar. Die komische Geschichte wird durch ihn und Robert Missler als Coolman zu einem tollen Hörerlebnis. Es gibt Bücher, die verlieren als Hörbuch ihre Ausstrahlung. Coolman gewinnt dadurch und steht mit dem Buch auf gleicher Linie, wenn nicht drüber. Für die Inszenierung könnte man haufenweise Lorbeeren und Preise verteilen.

Der Autor Rüdiger Bertram hat eine Kultserie entwickelt, die Junge und Erwachsene gleichsam mitreißt. Eigentlich ist das Hörbuch für Kinder von 8 bis 10 Jahren gedacht. So eng braucht man das nicht sehen. Wer Lustiges mag, wird innerhalb der ersten Hörbuchminuten Coolman-Fan werden. Sechs Buchbände von Coolman gibt es inzwischen. Die Hörbücher dazu sollten genauso wie „Coolman und ich- Rette sich, wer kann“ sein. Unschlagbar komisch und ein bisschen verrückt. Die Hörbuchwelt wartet ungeduldig auf Nachschub.Zurück zu diesem Exemplar. Witzig sind die Aufzählungen, die immer wieder in der Geschichte auftauchen. Mal sind es drei Möglichkeiten, Auswege oder Gründe. Untermalt werden sie von merkwürdigen, aber passenden Geräuschen. Sie lockern die Geschichte auf, genau wie die Gespräche zwischen Kai und Coolman. Das Vor – und Zurückspulen ist auch so ein besonderer Einfall. Das Hörbuch ist anders, hebt sich heraus aus der Masse. Es ruht sich nicht nur auf einer Idee aus, sondern bietet gleich eine ganze Menge Neues. Als Zuhörer ist man allein von den Geräuschen und der Musik fasziniert. Ein Fliegen klatschen wird ohne Fliegen zum lustigen Detail oder Pupsen. Auch die englische Sprache verhilft zu dem ein oder anderen Lacher. Mit der Liebe hat Kai es schwer. „Was haben die englische Sprache und Mädchen gemeinsam? Man versteht beide nicht.“ Klar, dass der Vergleich auf Coolmans Mist gewachsen ist.

 

Frisch, schräg, komisch. Auf dem Cover hält sich Kai die Ohren zu. Coolman geht freudestrahlend hinter ihm her und bläst auf einem Dudelsack. Da kann man wirklich nur sagen: „Rette sich wer kann!“ Aus dem Coolman-Titel gucken einen zwei schielende Augen an. Die Aufmachung ist genauso witzig, auffällig wie das Hörbuch. Das helle Grün als Hintergrund und Hauptfarbe lässt Einzelheiten gut hervorstechen. Auf der ersten CD linst Coolman unter einem hochgeschobenen Gullideckel hervor. Ist das daneben eine Ratte oder Maus? Ab mit diesem Hörbuch in den Einkaufswagen. Man kann damit nichts falsch machen. Es beweist mal wieder, dass Kinderhörbücher echte Highlights sein können und einen Riesenspaß für die ganze Familie. Man sollte sich dafür Zeit nehmen, sich nicht ablenken lassen und nur genießen. Zum Brüllen komisch trifft es prima.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher :

Story: 

Aufbau:

Atmosphäre:

19 Sterne = Hörmuss

Cover: © Oetinger

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