Rüdiger Bertram: Coolman und ich - Ganz großes Kino
Written by Martina Ernst |
 
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„Coolman hat das unschlagbare Talent, zur falschen Zeit das Falsche zu tun.“ Kai ist dabei, den dauerhaften Fettnäpfchenbesucher langsam aber stetig einzuholen. Er liegt gefesselt mit dem bekannten Schauspieler Mike Taenner und Coolman im Kofferraum eines Wagens. Auch dusselige Entführer lassen sich nicht so schnell überrumpeln. Eine aussichtslose Situation! Wie ist es dazu gekommen? Filmregisseur Johnny Pony möchte in der Provinz einen Teenie-Agenten-Thriller drehen, steht bei Kais Eltern vor der Tür und wird prompt zum Übernachten eingeladen. Kai muss ins Zimmer seiner Schwester Anti ziehen und wird am nächsten Tag dazu verdonnert, Johnny Pony eine Mappe nachzubringen. Als der sich abfällig wegen der viel zu langsamen Zustellung äußert, kriegt Kai einen Tobsuchtsanfall. Kai wird prompt für die Hauptrolle engagiert. Die weibliche Hauptrolle ergattert Lena, Kais Ex-Freundin, mit der er mal 5 Minuten zusammen war. Als Coolman Kai für eine Kussszene mit Lena rät, sich dabei einen Teddy vorzustellen, geht die Sache komplett nach hinten los. Nur der Anfang vom Chaos.

 

Autor Rüdiger Bertram überzeugt im dritten Band mit vielen, neuen Ideen. Eine überkandidelte Filmwelt bietet als Kulisse und Basis einen Haufen reizvolle Ansätze, die grandios ausgespielt werden. Ein Filmstar, der nur mit Regieanweisungen funktioniert und sonst rein gar nichts zustande bringt. Das grauenhafte Drehbuch mit Potential für diverse Lorbeeren. Ein Raum voll lästernder Filmleute. Viele Einfälle, die für Unterhaltung sorgen. Am besten sind immer noch Coolmans Gedanken bzw. Zukunftsvisionen. Ausgeschmückt mit Geräuschen wirken sie super witzig. Da knallen Schüsse, es fliegt ein Sektkorken. Bei "Coolman und ich" muss man auf alles gefasst sein. Das ist das Tolle an diesen Geschichten. Nicht alles ist vorhersehbar, es gibt einige Überraschungen. Kai schlägt sich in seinen Abenteuern wacker. Man ist sofort auf seiner Seite, weil im Leben grundsätzlich Einiges schief geht und man sich auf die jeweilige Veränderung spontan einstellen muss. Ganz süß, als er vor Aufregung auf Coolmans Rat hört und sich Lena beim Küssen als Teddybär vorstellt. Fettnäpfchen pur! Kai stürzt von einem Desaster ins Nächste. Es macht Spaß, ihn dabei zu erleben. Der Junge ist klug und weiß sich in jeder Situation zu helfen. Seit er vier Jahre alt ist hat er den nervenden Coolman an seiner Seite. Das wappnet einen fürs Leben. „Coolman und ich – Ganz großes Kino“ ist ein originelles Hörvergnügen für Kinder ab 10 Jahren und Erwachsene. Sogar ein paar Krimielemente tauchen auf und die Sache mit seiner Ex ist auch noch nicht ausgestanden. Sprecher David Wittmann als Kai und Robert Missler als Coolman sorgen für eine mitreißende, unvergleichlich humorvolle Atmosphäre. Sie sind ein eingespieltes Team. Das Zusammenspiel von Musik, Geräuschen, unterhaltsamer Geschichte und leidenschaftlichen Sprechern funktioniert prächtig. Da kommt keine Langeweile auf.

Die lustigen Illustrationen auf Cover und CD stammen von Heribert Schulmeyer. Der überdrehte, spaßig aufgelegte Coolman und staunende Kai sind ihm perfekt gelungen. Bunt, schräg, selten komisch kommt das Hörbuch daher. Nichts zum Trübsal blasen. Mit „Coolman und ich – Ganz großes Kino“ erhascht man einen Blick hinter die Kulissen von Casting, Filmdreh und Co. Bloß nicht ernst nehmen. Das nächste abgehobene Abenteuer kann kommen. Band 4 heißt „Coolman und ich – Ein Job für alle Fälle“. Auf www.coolmanundich.de kann man sich auf dem Laufenden halten.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher :

Story: 

Aufbau:

Atmosphäre:

18 Sterne = hervorragend

Cover: © Oetinger

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