Insignium – Im Zeichen des Kreuzes – Folge 1 bis 3
Written by Daniel Fröhlich |
 
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Heute bekomme ich nicht ein, nicht zwei, sondern drei Hörspiele in einer Sammelbox zur Begutachtung vorgelegt. Die Hörspiele wurden im Jahr 2010 produziert und kamen dieses Jahr (2016) „reloaded & remastered“ in dieser Box auf den Markt. Auf der Rückseite der CD-Hülle geizt man nicht mit rühmenden Worten: „Clevere Krimiunterhaltung – besetzt mit Topsprechern, untermalt mit voluminöser Geräuschkulisse und packendem Soundtrack.“ Klingt erst einmal gut, bleibt nun zu hoffen, dass die Hörspiele dann auch halten, was man mir hier verspricht.

Zunächst: Um was geht es eigentlich in Insignium aus der Feder von Ascan von Bargen? Kurz und knapp: Pater Sante Della Vigna wird nach Rom beordert, um als päpstlicher Sonderermittler, sagen wir, recht delikate Fälle etwas genauer zu beleuchten. In der vorliegenden Box, betrachten wir drei grundverschiedene Fälle.

In der ersten Folge mit dem polarisierenden Titel „Keusche Hure“ erhalten wir zunächst eine ausführliche Einführung in die Szenerie und die beteiligten Charaktere. Della Vigna wird dabei mit seinem ersten Problem, dem sogenannten Gruber-Fall, betraut. Was steckt hinter dem Doppelmord am ehemaligen Kommandeur der Schweizer Garde, Stephan Gruber, und seiner Frau und warum unterliegt diese Angelegenheit strengster Geheimhaltung? Die Brisanz der Angelegenheit wird umso deutlicher als ein Mordanschlag auf den frisch ernannten Ermittler selbst verübt wird; sind wirkliche Liebe unter Männern und Eifersucht unter den potentiellen Tatmotiven zu suchen?

In der zweiten Episode „33 Tage weisses Licht“ beleuchtet man den mysteriösen Tod Papst Johannes Pauls I., der bereits 33 Tage nach seiner Ernennung verstarb. Pater Sante Della Vigna soll in diesem Zusammenhang eine Frau, die wichtiges Beweismaterial mit sich führt, heil nach Rom bringen … leichter gesagt als getan, wie sich bald herausstellt. Denn auch dieses Mal setzen Handlanger unbekannter Drahtzieher alles daran, ihn an seinem Tun zu hindern … koste es was es wolle!

Mit der Folge „ Das schwarze Reich“ schließt die Box ab. Der Titel lässt es bereits erahnen, dass seine Nachforschungen unseren päpstlichen Sonderermittler bis ins dritte Reich zurückführen. Was steckt hinter dem Tod des Bischofs Abendroth, der unter ungeklärten Umständen in Nazi-Deutschland ums Leben kam? Als sich Delle Vigna im Rahmen seiner Ermittlungen nach Deutschland aufmacht, ahnt er nicht, dass er sich abermals in tödliche Gefahr begibt.

 

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Die vorliegende Hörspiel-Box bringt es auf knapp vier Stunden Spielzeit. Eine recht ordentliche Länge! Bleibt die Frage, ob man auch durchweg kurzweilige Unterhaltung bieten kann? Ich würde diese Frage mit Jein beantworten. Alle drei Folgen haben meiner Meinung nach ihre Stärken und Schwächen. In der ersten Folge dauert, auf Grund der nötigen Einführung in die Serie, alles etwas länger, um in Schwung zu kommen. Dies ist dem Erzähltempo des an sich recht interessanten Falles etwas abträglich. In Folge zwei, die gerade im Mittelteil sehr rasant daher kommt, zeigt sich der Tempoverlust gegen Ende. Hier hagelt es lange erklärende Dialoge, zuweilen Monologe, die ich als geradezu einschläfernd empfand. Sie kommen zwar noch lange nicht an die Endlosmonologe eines Saint Clair heran, die einige Folgen der Offenbarung 23 Reihe maßgeblich prägten, aber dennoch … Die dritte Folge fand ich in ihren Ansätzen ebenfalls sehr ansprechend, aber die stereotypen Neonazis, die ihre Anführerin dann auch noch „Herrin“ nennen, waren geradezu unfreiwillig komisch und zu keiner Zeit bedrohlich. Einzig die Entwicklungen rund um die Kardinäle Capani und Velarez, die ihre Machenschaften knüpfen, wussten mich dann letztlich wirklich zu interessieren.

Im Gegensatz zur Handlung, die hier und dort ein paar Handbreiten Luft nach oben lässt, lässt der Cast nichts zu wünschen übrig; bekannte Namen wie Helmut Krauss, Dietmar Wunder, Bernd Vollbrecht, oder Florian Halm liefern durchweg hervorragende Leistungen ab. Was die Atmosphäre angeht, kann man zwar schon in Ansätzen den Vatikan spüren, aber da wäre vielleicht auch noch etwas mehr drin gewesen; gerade was den musikalischen Aspekt angeht, empfand ich die Choräle in der ersten Episode eher als gewöhnungsbedürftig als atmosphärisch stimmig.

Insgesamt bietet die Insignium Box mit den ersten drei Folgen solide Krimiunterhaltung in spirituellem Gewand für die man ruhig mal ein Ohr hinhalten kann. Dies gilt für den Krimivielhörer ebenso wie für denjenigen, der sich ansonsten eher in anderen Genres bewegt.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:  (4,5)
Handlung:
Charaktere: (3,5)
tech. Umsetzung: (3,5)
Cover: (3,5)
Emotion:  
 
21 Punkte = Hörspaß

Cover: © WinterZeit

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