Catrin Moeller: Mordsacker
Written by Martina Ernst |
 
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Nach „Wolfgang muss weg!“, „Die Spreewaldgurken-Verschwörung“ und „Mordsstadt“ geht es auch in „Mordsacker“ von Autorin Catrin Moeller wieder gewohnt hobbydetektivisch zu.

Seit sie mit Ehemann Paul und Tochter Sophie nach Mordsacker gezogen ist, fühlt sich Klara unterfordert. Als Schweinebauer Siggi in seiner Güllegrube stirbt und Dorfpolizist Paul wegen einer Grippe außer Gefecht gesetzt ist, ergreift Klara ihre Chance und setzt heimlich seine Ermittlungen fort.

 

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Zu dem humorvollen Titel hätte gut eine unterhaltsame Krimimusik gepasst. So gerät der kurze musikalische Einstieg etwas blass. Gelungen ist der kreative Prolog mit einem Tagesschaubericht. Handlungswechsel, im Hause Himmel läuft mal wieder nicht alles nach Plan. Klaras Käsekuchen-Desaster bildet den Auftakt für ein länger andauerndes Kuchenproblem.Originell ist die Basisidee der Geschichte mit dem grippekranken Polizisten und einer Hobbydetektivin als Ehefrau. Klara stellt sich mit Tricks, Raffinesse und Improvisationstalent den zahlreichen Herausforderungen. War Siggis Gülletod Unfall oder Mord? Manchmal kann sogar der Dorfklatsch hilfreich sein. Dem ungewöhnlichen Motiv für den Umzug von Familie Himmel werden nur wenige eingestreute Zeilen gewidmet. Aufgrund der fehlenden Vorsichtsmaßnahmen und Ängste wirkt es unglaubwürdig. Klara bringt sich mit ihren heimlichen Nachforschungen in brenzlige Situationen. Besonders unterhaltsam sind die kleinen und großen Pannen, die ihr als Hobbydetektivin passieren. Klaras forsche Art und ihr andauernder Aktivismus werden von Sprecherin Julia Nachtmann mitreißend in Szene gesetzt. Autorin Cathrin Moeller führt Leser und Zuhörer charmant in die Irre. Ein Retter für alle Fälle mit einem besonderen Job trägt nicht unerheblich zum Unterhaltungswert der Geschichte bei. Lügen, Täuschung, Liebe, Eifersucht, so mancher hat in Mordsacker etwas zu verbergen. Die Dorfatmosphäre spielt bei diesem "Krimi" eine besondere Rolle. Das Eingeborenisch muss Klara erst lernen zu verstehen. Alles steuert auf einen Showdown hin. Wird Klara ihre Blauäugigkeit zum Verhängnis? Das Ende ist sehr gelungen. Im letzten Drittel kommt auch der Humorfaktor noch mal in Fahrt. Mit dem Ausklang des Epilogs wird ein Sahnehäubchen gesetzt.

Der Titel hält, was er verspricht. Nur den Hahn hätte man gegen ein bestimmtes anderes Bauernhoftier auswechseln sollen. Cover und Titel machen neugierig auf die Geschichte. „Mordsacker“ steigert sich nach einem etwas selbstmitleidgetrübten Start zum Hörspaß für die ganze Familie.  

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung: (4,5)
Charaktere:  (3,5)
tech. Umsetzung:  (4,5)
Cover: 
Emotion:
 
24,5 Punkte = Hörspaß

Cover: © Luebbeaudio