Die rätselhaften Fälle des Pater Brown (10) – Die Ehre des Israel Gow
Written by Daniel Fröhlich |
 
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Heute begebe ich mich auf meinen zweiten Ausflug zur Pater Brown Reihe aus dem Hause Winterzeit. Ich bin gespannt, ob es mit der zehnten Folge gelingt dieser vielfach vertonten klassischen Chesterton Geschichte neu zu innovieren.

Ein Freund Hercule Flambeaus ruft den Detektiv zur Aufklärung eines kuriosen Falles zu Hilfe, dem er sich gemeinsam mit Pater Brown und Chief-Inspector Craven annimmt. Der Tod Lord Glengyles wirft einige Rätsel auf. Nicht nur, dass seine Lordschaft von seinem, mehr als nur eigenartigen, Diener Israel Gow heimlich, still und leise begraben wurde, in dem Anwesen findet sich allerlei Kurioses: Häufchen von Schnupftabak, Edelsteine, zerschnittene Gebetbücher, feine Zahnrädchen und Federn und allerlei mehr. Spätestens, als nach der Öffnung des Grabes auch noch festgestellt wird, dass der Kopf des Toten fehlt, sind die drei völlig ratlos.

 

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Ich habe schon einige Versionen der Geschichte gehört und muss schon einmal von vorneherein feststellen, dass „Die Ehre des Israel Gow“ für sich sicherlich eines der skurrilsten, aber auch eines der zäheren Pater Brown Probleme ist. Dies zeigt sich auch in der vorliegenden Produktion; im Großen und Ganzen haben wir es mit einem einzigen langen Disput zwischen Brown, Flambeau und Craven zu tun (auch wenn sie zwischendurch einmal schlafen gehen). Nicht einmal Israel Gow selbst kommt auf irgendeine Weise zu Wort. Dass sich außer den dreien und der Polizei niemand für das Geschehnis interessiert, hängt natürlich mit der abgeschiedenen Lebensweise des Lords zusammen und ist damit bedingt durch die Vorlage.

Da es somit nicht möglich ist, andere Charaktere an der Story zu beteiligen, versucht man die Zeit anderweitig zu füllen. So präsentiert der Pater an einer Stelle nicht ein oder zwei, nein drei mögliche, aber vollkommen lächerliche Erklärungen, die verschiedenen Gegenstände im Haus in einen Zusammenhang zu bringen. Beruhigend für mich war, dass dies für Craven ebenfalls wenig unterhaltsam war. Insgesamt fehlt, meiner Meinung nach, Erich Räuker, aber auch etwas der typische Pater Brown Charme in der Stimme, um derartige Bemerkungen unterhaltsam herüber zu bringen. Insgesamt kein schlechtes, aber auch kein herausragendes Brown Abenteuer, was allerdings eher der Vorlage und weniger der Produktion selbst geschuldet ist. Wer in Sachen Pater Brown noch keine Hörspiele und –bücher gehört hat, kommt sicher eher auf seine Kosten, als die Hörerinnen und Hörer, die diese Geschichte bereits ein-, zwei- oder gar dreimal an anderer Stelle konsumiert haben.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung: 
Charaktere:
tech. Umsetzung:   (4,5)
Cover: (4,5)
Emotion:
 
21 Punkte = Hörspaß
 

Cover: © Winterzeit