Lars Kepler: Playground
Written by Adriane Haussmann |
 
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Lars Kepler steht für packende Psychothriller, daher habe ich mich auf ein packendes Hörbuch eingestellt, als ich „Playground“ in den CD-Spieler einlegte, doch diese Veröffentlichung passt überhaupt nicht zu den bisherigen Werken. Aber jetzt erst einmal von vorne.

Jasmin Pascal-Andersson ist die Protagonistin des Werkes und nimmt uns direkt mit an einen Kriegsschauplatz. Schnell merkt man, dass hier nicht an Brutalität gespart wird, denn die folgenden Szenen werden detailgetreu beschrieben. Dort wird sie schwer verwundet und wird nach Hause gebracht, wo sie sich erholen soll. Doch Jasmin wird nach der erfolgreichen Reanimation von Halluzinationen geplagt und leidet am posttraumatischen Stresssyndrom.

Erst als sie mit ihrem Sohn schwanger wird, lenkt Jasmin ihr Leben wieder in die richtigen Bahnen. Dante gibt ihr Halt und Mut, sie übernimmt die Verantwortung für sich und das Kind. Doch ein Autounfall droht erneut alles auf den Kopf zu stellen. Jetzt muss nicht nur Jasmin, sondern auch Dante um sein Leben bangen und es scheint als wären Jasmins Halluzinationen nicht nur ein Hirngespinnst. Es beginnt ein Kampf um Leben und Tod.

 

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Der Kampf findet allerdings nicht in der Realität statt, sondern in Jasmins Halluzination. Nach und nach lernen wir die Hafenstadt, von der Jasmin träumt, kennen. Wir lernen, dass China nach dieser Stadt erbaut wurde, wir erfahren, wohin man nach dem Tod geht und warum manche Menschen nach einem Herzstillstand plötzlich ganz anders sind.

Wir beginnen uns mehr und mehr in dieser anderen Welt aufzuhalten bis schließlich auch das Spiel um Leben und Tod dort stattfindet. Die Erzählung hat daher zwei Ebenen zwischen denen gewechselt wird.

Das Autorenduo versucht die Grenzen zwischen Realtität und Fiktion dabei verschwimmen zu lassen und webt neben dem roten Hauptfaden noch weitere Fäden, die aber leider nicht ganz fertig gesponnen werden.  Auch die Hauptperson durchlebt verschiedene Phasen, die sich allerdings so schnell abwechseln, dass Jasmin nicht ganz durchdacht wirkt und man nicht wirklich warm mit der Protagonistin werden kann.

 

„Playground“ wirkt unrund, irgendwie kommt die Geschichte nicht in Fahrt und holpert immer wieder bis dann wieder ein Handlungsstrang abläuft. Die Handlung zieht sich, so dass ich mich mehrmals motivieren musste, um weiterzuhören, da ich ungern Hörbücher abbreche. Aber teilweise war die Handlung sehr vorhersehbar, dann stagnierte sie wieder, um letzten Endes in einem blutigen Gemetzel zu enden, wobei man sich fragt, ob die Grausamkeit dabei die Geschichte weiter voranbringt. Es hätte andere Stellen gegeben, die mehr Tiefe erzeugt hätten. So bleiben viele Figuren und die Idee nur schemenhaft und oberflächlich.

Vera Teltz kämpft sich durch die gut 10-stündige Handlung, aber auch sie kann keine Thrilleratmosphäre erzeugen. Insgesamt wirkt „Playground“ nicht wie ein Thriller – irgendwie überhaupt nicht wie ein Lars Kepler Werk. Es scheint als habe das Autorenduo einmal etwas Neues ausprobieren wollen – nur leider hat mich dieser Versuch nicht überzeugt.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung:  
Charaktere:
tech. Umsetzung:
Cover: 
Emotion: 

17 Punkte = Durchschnitt

Cover: © osterwold