Jean-Christophe Grangé: Der Ursprung des Bösen
Written by Katharina Pütz |
 
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Jedes der Tötungsdelikte geschah in seiner unmittelbaren Nähe – ist er, der nicht weiß, wer er ist, der Mörder? Mathias Freire flieht durch halb Frankreich – und geht auf die Suche nach seiner wahren Identität und nach der Antwort auf die Frage: Hat er die Menschen umgebracht? Immer auf seinen Fersen: die Kommissarin Anais Chatelet, die mal an ihn glaubt und mal an ihm zweifelt.

Jean-Christophe Grangé ist mit „Der Ursprung des Bösen“ ein Thriller gelungen, der grausam und perfide in die Abgründe des Menschen blickt. Raffiniert aufgebaut, entdeckt Protagonist Mathias Freire, dass er „ein Reisender ohne Gepäck“ ist, ein Mensch gleich einer Matroschka: zahllose Identitäten und keine scheint die wahre zu sein. Jede Minute steht die Frage „Wer bin ich?“ im Raum – und kaum ist eine Antwort gefunden, stellt sie sich als Illusion und damit falsches Ich heraus. Aber hat eine dieser falschen Identitäten tatsächlich gemordet und sich dafür der griechischen Mythologie bedient?

So entwickelt sich die Geschichte nicht nur zu einer Suche nach dem wahren Ich Freires, sondern auch zu einer Jagd auf einen brutalen, kreativen und hochintelligenten Mörder. Ob es Freire ist – diese Frage lässt Grangé lange unbeantwortet und der Hörer kann sich seinen eigenen Reim auf den Fortgang der Dinge machen. Immer begleitet von dem Bösen, mit dessen Ästhetik Grangé gekonnt jongliert. Es ist reizvoll, dieses Böse, grausam, spannend, faszinierend.

 

Gelesen wird „Der Ursprung des Bösen“, das als Hörbuch bei Lübbe Audio erschienen ist, von Nicole Engeln und Dietmar Wunder, der deutschen Stimme von Daniel Craig. Bestens  interpretieren die beiden Sprecher ihre jeweiligen Parts: Wunder den des Mathias Freire, Engeln spricht die Handlung aus der Sicht der Kommissarin Anais Chatelet. Das bringt Abwechslung – und zwei interessante Sichtweisen auf die Geschehnisse. Ebenfalls erwähnenswert: die musikalische Untermalung, die sich hintergründig an die Handlung schmiegt.

Manko der Geschichte: ein schwaches Ende. Hier hat Grangé zuviel gewollt und eine manchmal etwas abstruse, aber dennoch stimmige Handlung zu einem viel zu rasanten Schluss geführt, an dessen Ende nicht nur eine äußerst fragwürdige Aufklärung erfolgt, sondern beinahe Übermenschliches geschieht. So bleibt „Der Ursprung des Bösen“ ein guter Thriller, umweht vom Reiz des Bösen, geziert von manch Kuriosem, aber leider ungekrönt aufgrund des schwer nachzuvollziehenden Schlusses.

Unsere Bewertung:

Sprecher :

Story: 

Aufbau: 

Atmosphäre: 

14 Sterne= gut gelungen

Cover: © Lübbe Audio

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