Gruselserie - Folge 2: Die Plantage
Written by Daniel Fröhlich |
 
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Zunächst zur Story: Eine kleine Reisegruppe von nur vier Personen reist zum Urlaub in einem abgelegenen Hotel, einer ehemaligen Plantage, an. Wo das Ganze stattfindet, bleibt unbekannt, es gibt zwar einige Hinweise, aber ganze genau bin ich nicht dahintergekommen. Ich für meinen Teil tippe auf eine karibische Insel, dieses Detail ist aber allenfalls zweitrangig. Nachdem die Reisenden in ihrem Hotel mit seinem zwielichtigen Verwalter angekommen sind, lassen die mysteriösen Ereignisse nicht lange auf sich warten. Trommelklänge in der Nacht, düstere Gestalten und schließlich verschwindet ein Mitglied der Reisegruppe. Letztendlich rückt der Verwalter mit der Sprache heraus: Zombies gehen um und nicht nur das. Im Rahmen einer Vodoo-Zeremonie soll der Kriegsgott Ogoun heraufbeschworen werden. Es dauert nicht lange und die Gruppe wird weiter dezimiert. Für die Verbliebenen geht es um Leben und Tod.

 

Nach einer Mumien-Geschichte in der ersten Episode hat man sich für die zweite Folge somit eine Vodoo-Zombie-Story gewählt. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, aber ich will nicht so richtig mit diesem Hörspiel warm werden. Zum einen ist die Story nicht völlig überzeugend und zum anderen leistet man sich in dieser Produktion einige grobe Schnitzer, wie sie einfach nicht vorkommen dürfen. Zum Beispiel wird der Name eines der Beteiligten von den übrigen Charakteren „normal“ ausgesprochen (Tobias), während der Sprecher diesem Namen eine lächerlich-englische Betonung gibt (gesprochen: Tobeies). Dabei frage ich mich, wie so etwas vorkommen kann. Hat man bei der Aufnahme nicht richtig zugehört oder wurden der Erzähler und der Rest getrennt aufgenommen und beim zweiten Termin wusste man dann nicht mehr, wie es beim ersten Termin ausgesprochen wurde? Wie dem auch sei, das darf eigentlich nicht passieren.

Ein zweiter Kritikpunkt ist das Skript selber, die Charaktere handeln teilweise vollkommen unbegreiflich. Da wird im ersten Satz gesagt „Wir sollten uns nicht mehr trennen.“ und im nächsten heißt es dann „Gehen sie nach oben und holen die anderen und ich sehe mich unten etwas um.“ (der Wortlaut mag etwas abweichen, aber sinngemäß ist es das gleiche). Wenn ich solche Dialoge höre, kann ich nur den Kopf schütteln und muss auch etwas schmunzeln und auch grammatikalisch habe ich ein bis zwei Fehler herausgehört. Das Finale zum Schluss fällt dann auch sehr dürftig aus und wirkliche Spannung empfand ich dabei nicht. Alles in allem muss ich sagen, dass man hier eine sehr durchwachsene Geschichte mit einigem an Luft nach oben präsentiert. Der Sprecher-Mix ist ebenfalls etwas unausgeglichen … zum einen hat man richtige Leistungsträger, aber dann gibt es auch einige Sprecher, die mich überhaupt nicht überzeugen konnten. Dennoch gelingt es den namhaften Sprechern, vor allem Uve Teschner, Lutz Rieder und Peter Gröger, die sehr durchschnittliche Geschichte am Leben zu erhalten. Mit völlig unbekannten Sprechern wäre das vielleicht nicht geglückt.

Im direkten Vergleich zur ersten Folge bin ich etwas enttäuscht. Aber man muss auch bedenken, dass wir hier ein unabhängiges und noch junges Label vor uns haben, man kann also nicht immer Perfektion voraussetzen. Ich für meinen Teil hoffe jedenfalls, dass es bei den nächsten Folgen wieder bergauf geht und man auch das Niveau der ersten Folge wieder erreichen kann. Diese ist aktuell auf der Homepage von Studio Hörsturz als Download für lediglich drei Euro erhältlich. Für diesen geringen Preis kann man wirklich einmal reinhören und ich möchte die Serie, auch wenn Folge 2 mich nicht wirklich zu überzeugen vermochte, allen Freunden leichter Grusel-Hörspielkost nochmals ans Herz legen. Man sollte ihr zumindest eine Chance geben.

 

Unsere Bewertung:

Sprecher :

Story: 

Aufbau:

Atmosphäre: 

11 Sterne = akzeptabel

 

Cover: © Studio Hörsturz

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