Die Weisse Lilie – Tödliche Stille – Kapitel 1
Written by Daniel Fröhlich |
 
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Mit „Die Weisse Lilie“ feiert eine neue Serie ihren Einstand auf dem Hörspielparkett. Ich für meinen Teil empfinde immer eine gewisse Vorfreude, wenn ich etwas völlig Neues zur Rezension auf den Tisch bekomme. Daher bin ich umso gespannter auf das, was sich hinter dem ansprechenden Titel der Serie verbirgt!

Etwas untypisch für mich warf ich dieses Mal zunächst einen Blick auf die sehr umfangreiche und detaillierte Homepage zur Serie (www.dieweisselilie.com). Dies kann ich jedem nur empfehlen, hier finden sich ausgiebige Informationen zur Handlung, den Sprechern und dem Team hinter der Weissen Lilie, die insgesamt 30 Kapitel mit einem Veröffentlichungsrythmus von ca. 4 Monaten haben soll. Bei vier Folgen pro Jahr und somit einer veranschlagten Laufzeit von mehr als 7 Jahren ist klar, dass man einiges an Qualität aufbieten muss, um die Hörerinnen und Hörer über diese Distanz bei der Stange zu halten. Mit großen Erwartungen startete ich entsprechend in das erste Kapitel.

 

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Nun kurz zur Handlung: Nach den einführenden Worten wird der Hörer zunächst ins kalte Wasser geworfen und muss sich erst einmal zu recht finden. Wir befinden uns im Kongo und werden Zeugen der Verschleppung und anschließenden Befragung bzw. Folterung Daniel Porters durch kongolesische Revolutionäre. Dann machen wir einen Sprung von 48 Stunden in die Vergangenheit, Porter kommt in Goma im Osten Kongos an und wird bereits bei der Einreise und der anschließenden Fahrt ins Hotel mit einigen rasanten Ereignissen konfrontiert. Nun wechseln wir den Ort und begeben uns an die amerikanische Ostküste, wo wir Detective Henry Miles kennenlernen. Der Cop, der offensichtlich sowohl privat als auch beruflich arge Probleme hat, wird zu einer Geiselnahme gerufen. Bei dieser Gelegenheit stellt sich ihm der junge Samuel Haden als neuer Partner vor. Nachdem die brenzlige Situation bewältigt ist, läuft den beiden Beamten der Massachusetts State Police auch noch eine Frau vors Auto. Noch bevor sie die Situation vollends erfasst haben, ist die mysteriöse Unbekannte auch schon wieder verschwunden. Eine Adresse auf einem Zettel in der zurückgelassenen Handtasche führ Sam und Miles dann in ein verlassenes Gebäude, wo sie eine schreckliche Entdeckung machen. Hier endet das Hörspiel mit einem Cliffhanger.

Nachdem das Hörspiel verklungen ist muss ich sagen, dass den Machern ein durch und durch gelungener Einstand gelungen ist. Man überzeugt mit einem interessanten, mysteriös angehauchten Thriller. Man belässt vieles im Nebel der Ungewissheit, dies schmälert aber nicht die Lust auf mehr, die beim Hörer unweigerlich verbleibt. Die Sprecher sind durch die Bank weg überzeugend; die Kongolesen wurden hier sogar mit wirklichen Afrikanern besetzt, so dass der Akzent authentisch herüber kommt. Stephan Benson, den man nicht so inflationär in Hörspielen zu hören bekommt, als Henry Miles gefiel mir besonders gut. Aber auch Timo Kinzel, einer der Produzenten, macht als Miles Partner eine gute Figur. Martin Sabel, der in letzter Zeit vor allem in den Gigaphon Produktionen (Fraktal, Dragonbound) sehr präsent ist, und Mark Bremer (z.B. bekannt aus Peter Lundt als eben dieser) als Erzähler runden den Cast ab. Das Sound Design ist ebenfalls hervorragend gelungen und man schafft es zu jeder Zeit eine absolut stimmige und Spannung verbreitende Atmosphäre beim Hörer zu erzeugen. Es sei angemerkt, dass viele der Sounds eigens erstellt und aufgenommen wurden. Die eigens komponierte Musik ist ruhig gehalten fügt sich aber ebenfalls nahtlos in das runde Gesamtbild.

Was soll ich anderes sagen, als dass ich von diesem Erstling absolut begeistert bin. Endlich präsentiert man mal etwas anderes, nicht wieder irgendwelche Vampir/Werwolf Geschichten und auch nicht die dutzendste Sherlock-Holmes Vertonung; die Geschichte besticht durch Individualität. Man steht etablierten Hörspielschmieden in nichts nach und das Herzblut, das in dieser Produktion steckt, ist stets spürbar. Wenn mir etwas nicht gefallen hat, dann höchstens die Tatsache, dass das Hörspiel schon nach ca. einer dreiviertel Stunde verklingt. Hier hätte ich gerne noch länger zugehört. Von meiner Seite eine uneingeschränkte Hörempfehlung. Ich bin mehr als gespannt auf die Fortsetzung und hoffe dass man auf dem Markt Fuß fassen kann. Von meiner Seite alles Gute an das Team rund um „Die Weisse Lilie“. 

 

Unsere Bewertung:

Sprecher:
Handlung:
Charaktere:
tech. Umsetzung:
Cover:
Emotion:
 
30 Punkte = Hörmuss

Cover: © Elevate Studios