Sherlock Holmes Chronicles (29) – Der Schwarze Peter
Written by Daniel Fröhlich |
 
Font size decrease font size increase font size
Rate this item
(0 votes)

Nach dem etwas längeren Abenteuer in der vergangenen Folge präsentiert man den Hörerinnen und Hörern in der 29. Episode wieder zwei kürzere Geschichten. „Der Schwarze Peter“ von Doyle wird vielen Hörspielkennern sicher vertraut sein, daneben hat man eine Kurzgeschichte aus der Feder von Wolfgang Schüler vertont. Stolze 76 Minuten bringt die CD an den Start, ich habe dennoch keine Zweifel, dass wieder durchweg kurzweilige Unterhaltung auf mich wartet.

Wie bereits gesagt, wird die erste Geschichte den meisten „Vielkrimihörern“ vertraut sein. Dennoch ein paar kurze Worte zur Handlung: Der als „Der Schwarze Peter“ bekannte Kapitän Peter Carey wurde brutal ermordet, mit einer Harpune an die Wand gespießt. Zwar hat Inspektor Lestrade bald einen Verdächtigen gefunden, aber kann dieses kleine Männlein eine solche Tat vollbracht haben? Sherlock Holmes hat eine andere Theorie!

Bei der zweiten Geschichte kommen allerhand Ereignisse zusammen. Miss Wolverham berichtet zum einen davon, wie ihr Vater unter mysteriösen Umständen ums Leben kam und wie ihr Bruder sich als Folge einer inszenierten Kneipenschlägerei zum Wehrdienst in Afghanistan melden musste. Darüber hinaus verschaffte sich ein Mann mit gefälschten Referenzschreiben Zugang zu ihrem Haus und seither sind auch noch die Besitzurkunden des Anwesens verschwunden. Die ebenfalls verschwundenen Familienjuwelen hat sie kürzlich durch Zufall in einem Erdloch auf ihrem Grundstück gefunden. Hängt dies alles auch noch irgendwie mit dem Tod des bereits seit langer Zeit am Grundstück der Wolverhams interessierten Nachbarn zusammen? Viele wirre Informationen, die Sherlock Holmes zu ordnen hat um die richtigen Schlüsse zu ziehen.

 

Momox.de - Einfach verkaufen.

 

Dieses Mal also wieder zwei Kurzgeschichten; „Der Schwarze Peter“ gefiel mir unter all den Doyle'schen Kurzgeschichten immer schon sehr gut, da er eine gute Mischung an Skurrilität und dem klassischen Ziehen von Schlüssen à la Sherlock Holmes mit sich bringt. Die musikalische Untermalung im ersten Fall fand ich zudem äußerst gut gelungen, so dass auch Passagen, in denen Watson beim Szenenübergang einfach nur über die Landschaft und ihre Geschichte spricht, stimmig herüber kommen und keine Langeweile erzeugen. Auch die zweite Geschichte war inhaltlich sehr solide und gefiel mir besser als manche der meiner Meinung nach schwächeren Kurzgeschichten von Doyle wie z.b. „Die Löwenmähne“ oder „Die verschleierte Mieterin“. Wer vor dem Hören keinen näheren Blick auf die Hülle wirft, wird vielleicht überrascht sein, dass der Part von Sherlock Holmes von unterschiedlichen Sprechern übernommen wird, Till Hagen als der ältere Sherlock im ersten und Karlo Hackenberger als der jüngere Sherlock im zweiten Fall. Wenn ich wählen müsste, würde ich sagen, dass mir Hagen ein wenig besser gefällt, da ich Hackenberger stellenweise als etwas sehr steril empfinde. In jedem Fall ist Tom Jacobs als Watson der stärkere Part und daher wie immer nicht nur ein brauchbarer Assistent für den Meisterdetektiv, sondern auch ein hervorragender Erzähler. Ansonsten gefiel mir vor allem Helmut Winkelmann als Patrick Cairns sehr gut. Dass im zweiten Fall der Täter nicht einmal mit einer Sprechrolle besetzt war, fand ich dagegen etwas befremdlich.

Die Kombination aus stimmiger Atmosphäre und guten Sprecherleistungen trägt die vielleicht etwas durchschnittlichen Stories problemlos ins Ziel. Alles in allem hatte ich ein sehr kurzweiliges Hörerlebnis und das kann ich nicht von jeder Produktion mit stolzen eineinviertel Stunden Spielzeit sagen. Da kann ich nur sagen: „Weiter so!“

 

Unsere Bewertung:

Sprecher: (4,5)
Handlung: 
Charaktere: (4,5)
tech. Umsetzung: 
Cover: (4,5)
Emotion:
 
25,5 Punkte = Ohrenschmaus

Cover: © WinterZeit

Jetzt bei thalia bestellen

oder