Am 23. September ist es soweit: Der erste Titel bei Atmende Bücher, Cornelia Funkes neu gegründetem Hörbuchverlag, erscheint. In „Die Feder eines Greifs“ erzählt die Autorin die Geschichte ihres erfolgreichsten Kinderbuchs „Drachenreiter“ weiter. Ben erhält in der Abgeschiedenheit Norwegens eine schreckliche Nachricht: Der Nachwuchs des letzten Pegasus ist bedroht, und mit ihm werden die letzten geflügelten Pferde für immer von der Erde verschwinden. Gemeinsam mit einem äußerst außergewöhnlichen Expeditionsteam reisen Ben und Barnabas nach Indonesien. Dort machen sie sich auf die Suche nach dem gefährlichsten aller Fabelwesen – einem Greif, dessen Sonnenfeder die letzten Pegasus-Fohlen vielleicht noch retten kann.

 

Audio-Kritiken.de: Cornelia, was hat dich dazu bewogen, einen eigenen Hörbuchverlag zu gründen?

Cornelia: Wie all meine Leser spätestens seit »Tintenherz« wissen, hatte ich schon immer eine Leidenschaft für das klingende Wort. Da ist es natürlich nur ein kleiner Schritt zum Traum, meine Worte selbst in klingende Bücher zu verwandeln.

 

Audio-Kritiken.de:  Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Eduardo?

Cornelia: Wir haben bei meiner Lesetour für »Reckless« zusammengearbeitet. Als ich damals zum ersten Mal mit Musik von German Wahnsinn auf die Bühne trat, war das, als hätte jemand meinen Worten und mir die wunderbarsten Klangkleider geschneidert – ein phantastisches Gefühl! Jetzt kann ich die Geschichten, die ich schreibe, nicht nur fürs Papier, sondern gemeinsam mit Eduardo auch für die Ohren gestalten.

 

Audio-Kritiken.de:  Was möchtet ihr bei Atmende Bücher anders machen?

Eduardo: Das eigene Label gibt uns viele Freiheiten. Cornelia und ich können uns in kürzester Zeit abstimmen und unsere Visionen sofort umsetzen. Durch die Anbindung an German Wahnsinn genießen wir beispielsweise den Luxus, alle Klangebenen gleichzeitig entstehen zu lassen. So spricht Rainer im Aufnahmestudio, während Cornelia von irgendeinem Punkt dieser Erde zugeschaltet ist und Sounddesigner und Komponist sich – inspiriert durchs Mitlauschen – sofort im Studio nebenan an die Arbeit machen können. Zudem möchten wir uns bei den Verpackungen, ähnlich zu Vinyl-Sondereditionen im Musikbereich, gestalterisch liebevolle Dinge leisten. Mit unserem kleinen, aber hochwertigen Programm wünschen wir uns, den Hörbuchmarkt ein wenig zu bereichern.

 

Audio-Kritiken.de:  Mit »Die Feder eines Greifs«, der Fortsetzung von »Drachenreiter«, erscheint im September das erste Hörbuch bei Atmende Bücher. Wie wird die Geschichte zum Klingen gebracht?

Eduardo: Die Hörer erwartet eine abenteuerliche Klangreise vom norwegischen Wald bis hin zum wilden Dschungel Indonesiens. Untermalt von einem Soundtrack aus Musik und atmosphärischen Geräuschen erzählt uns ein Rainer Strecker in Höchstform von der Suche nach der Greiffeder und wechselt dabei mühelos von Drachenreiter Ben zum tief grollenden Fjordtroll oder lispelnden Homunkulus Fliegenbein. Aus der Begeisterung der gemeinsamen Reckless-Lesetouren heraus haben wir das tolle Zusammenspiel zwischen Rainer und Cornelia nun auch zum ersten Mal in einer Hörbuchaufnahme umgesetzt. So übernimmt Cornelia in neun Kapiteln das Hüten der Pegasuseier, während Rainers Figuren sich auf die abenteuerliche Suche nach der Greiffeder begeben. Zudem haben wir die Musikkompositionen aufwendig mit tollen Studiomusikern umsetzen können, u.a. mit Streichern des NDR Sinfonieorchesters, dem norwegischen Lautensolisten Rolf Lislevand (der uns passend zum Buch in seinem Urlaub im norwegischen Wald tatsächlich die Laute einspielte) und dem einfühlsamen Gesang von Benedikt Ruchay für den eigens komponierten Song des Hörbuchs.

 

Audio-Kritiken.de:  Worauf dürfen sich die Hörer als nächstes freuen? Könnt ihr schon etwas zu den kommenden Projekten verraten?

Eduardo: Um unseren Hörern die Zeit bis zur nächsten großen Veröffentlichung von »Die Farbe der Rache« – eine Vereinigung der Spiegelwelt mit der Tintenwelt – zu verkürzen, planen wir in der Zwischenzeit auch kleinere, zum Teil noch nicht veröffentlichte Texte aufzunehmen. Zudem könnte Cornelia sich auch vorstellen, »fremde« Texte, wie z. B. einige ihrer Lieblingsbücher zu vertonen. Es bleibt also auf jeden Fall spannend! Verfolgen kann man unser Programm übrigens auf unserer Internetseite atmende-buecher.de

 

Foto & Text: © Atmende Bücher / Tim Ohnsorge